Ego Stärkung nach Dr. John Hartland – das Schweizer Taschenmesser der Hypnose

Heute möchte ich Dir etwas über ein Werkzeug schreiben, was Du vielleicht kennst. Vielleicht war davon sogar in Deiner Hypnoseausbildung die Rede. Ich mache jedoch immer wieder die Erfahrung, dass viele Kollegen dieses einfache, wunderbare Werkzeug gar nicht kennen. Ein Werkzeug, welches einfach zu nutzen ist. Welches Du für viele Dinge anwenden kannst. Deswegen kann man es als eine Art Schweizer Taschenmesser der Hypnose bezeichnen. Ich nutze dieses Werkzeug mit jedem Patienten. Meine Patienten bekommen es im Vorfeld einer Sitzung als mp3-Datei.

Wie bei allem gibt es auch in der Hypnose Modeerscheinungen und Phasen. Neue und spannende Techniken ersetzen alte, vertraute Techniken. Auch wenn die Alten vielleicht gar nicht so schlecht waren.

Die einfache, altmodische Hypnose von damals gibt also den schickeren Methoden nach. Versteh mich nicht falsch! Ich nutzt moderne Methoden wie die Regression oder das Simpson Protocol in jeder Sitzung.

Aber es gibt etwas Ursprüngliches an der Einfachheit der guten, alten direkten Suggestion: „Du bist Nichtraucher. Du hast schon deine letzte Zigarette geraucht. Tabak hat für Dich keine Anziehungskraft mehr. Du bist Nichtraucher. Und Du wirst den Rest Deines Lebens ein Nichtraucher sein.“ Einfach und doch sehr wirkungsvoll.

Weil einige es für altmodisch halten, geraten manche altehrwürdige „Techniken“ in Vergessenheit.

Hilfreiches Werkzeug in der Hypnosetherapie

Im Rahmen der Hypnosetherapie ist es für viele Patienten hilfreich, wenn sie neben der eigentlichen Therapie zur Überwindung des Problems auch Suggestionen zur EGO-Stärkung erhalten.

Im Rahmen der Ego-Stärkung können diese Suggestionen auch für die Lösung von Spannungen und Nervosität gegeben werden. Aber auch zur Überwindung von Ängsten. Zur Steigerung des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls. Richtig eingesetzt lassen sich so auch Suggestionen zur Problembewältigungsfähigkeit geben.

Wer hat’s erfunden?

Hier kommt eine „Technik“ ins Spiel, die auch als eine Art verlorenes Schweizer Taschenmesser in der Hypnosetherapie bezeichnet werden kann. Diese Technik ist die EGO-Stärkung von Dr. John Hartland. Viele Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten haben im Rahmen ihrer Ausbildung davon gehört. Es dann aber wieder vergessen. Andere haben noch nie davon gehört.

Dr. John Hartland war ein englischer Psychiater und hat sich intensiv dem Thema EGO-Stärkung gewidmet. Bei dem von ihm entwickelten Skript handelt es sich um eine Abfolge oder auch Sequenz von Suggestionen. Diese sollen gezielt Selbstwert und Selbstvertrauen steigern. Dieses Skript wird weltweit mit großem Erfolg eingesetzt. Erstmals veröffentlicht wurde diese Abfolge von Suggestionen in Hartlands Buch Medical and Dental Hypnosis (Bailere Tindall 1971, London).

Der Meinung von Dr. Hartland nach sollten diese Suggestionen am Anfang einer jeder hypnotherapeutischen Sitzung gegeben werden. Er vertritt hier die Auffassung, dass der Prozess der Symptombeseitigung dann besonders erfolgreich funktioniert.

Anhand dieser Formulierung lässt sich bereits deutlich erkennen, dass keine ursachenorientierte Arbeit stattfand. Die Empfehlung von Dr. Hartland zielt also auf eine reine suggestive und symptomorientierte Hypnosetherapie ab. Durch die Verwendung seiner Ego-Stärkung. Also den entsprechenden Suggestionen, soll diese noch erfolgreicher werden. Hartland verwendete seine Ego-Stärkung oft als einzige Intervention. Besonders bei Klienten, die sich dagegen sträubten, ihre spezifischen Probleme näher zu betrachten. Dies war dann nicht weiter notwendig, da sich ihre Probleme bei oft wiederholter Anwendung der Ego-Stärkung auflösten.

Ein Hypnosetherapeut welcher ursachenorientiert arbeitet, also die Ursachen des Problems behandelt, wird am Anfang einer Hypnosesitzung sehr wahrscheinlich keine Ego-Stärkung durchführen. Wobei die Ego-Stärkung von Dr. Hartland auch zur Stabilisierung und auch Vertiefung der Hypnose genutzt werden kann. In der Arbeit mit ursachenorientierten Verfahren (Regression oder auch Simpson Protocol) zielt der Hypnosetherapeut ja darauf ab so schnell wie möglich die Ursache des Problems zu finden. Denn kann er die Ursache des Problems effektiv und effizient neutralisieren. Wer die Vorteile ursachenorientierter Verfahren kennt, der weiß bekanntlich, dass diese viel erfolgreicher und langfristiger sind als symptomorientierte Hypnoseanwendungen.

Ein Hypnosetherapeut welcher hypnoanalytisch arbeitet wird die EGO-Stärkung von Dr. Hartland also eher als Vorbereitung einer Sitzung, in Form eines Audioprogramms als mp3 oder CD, sowie zusätzlich am Ende der ursachenorientierten Intervention anwenden.

Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die den Ansatz vertreten, dass keine tiefe Hypnose für die Anwendung der Ego-Stärkung von Dr. Hartland notwendig ist. Hypnosetherapeuten, die ursachenorientiert arbeiten, arbeiten sehr häufig im Somnambulismus. Durch die Anwendung im Somnambulismus lässt sich ein noch größerer Erfolg der Ego-Stärkung erzielen.

kostenfreier Download Hartland Skript

Selbsthypnose zum Mitmachen