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Hypnose bei Depressionen

Einstieg: Was ist eine Depression?

Zu den am h√§ufigsten auftretenden Krankheiten z√§hlen nicht nur Angstst√∂rungen, sondern auch Depressionen. Man nimmt an, dass vier Millionen deutsche Bundesb√ľrger von einer depressiven Erkrankung betroffen sind. Anders als M√§nner leiden doppelt so viele Frauen daran.
Im Leben erfahren alle Menschen Zeiten, in welchen sie lustlos oder traurig sind. Dabei geht es jedoch häufig nicht um Depressionen. Stattdessen zeigen die Betroffenen auf psychische Belastungen eine gewöhnliche Reaktion. Unter einer Depression dagegen versteht man eine schwere psychische Krankheit. Diese macht sich insbesondere in Antriebslosigkeit, Interessenverlust und Niedergeschlagenheit bemerkbar. Daher stellt eine echte Depression mehr, als lediglich ein temporäres Stimmungstief, dar. Bei einer depressiven Krankheit halten die Symptome mindestens 14 Tage an.

An den Depressionen leiden die betreffenden Personen besonders stark. Dabei ist deren Lebensqualit√§t sehr eingeschr√§nkt. H√§ufig machen es akute Depressionen nicht m√∂glich, im Alltag die entsprechenden Anforderungen zu bew√§ltigen. Alles macht einen sinnlosen und hoffnungslosen Anschein. Innerlich f√ľhlen sich depressive Personen leer. H√§ufig verlieren sie die Lust am Leben. Eine erh√∂hte Suizidgefahr ist in besonders schwerwiegenden F√§llen gegeben.

Im Gegensatz zu Lustlosigkeit und Traurigkeit, welche ein Teil des Lebens sind, verschwinden depressive Krankheiten nicht wieder von selbst. Durch Aufmunterung bessern sich diese auch nicht. Depressionen stellen ernst zu nehmende und schwere psychische Probleme dar. Hier sollte man sich von Experten behandeln lassen. Zum Gl√ľck gibt es f√ľr depressive Personen effektive Behandlungsmethoden. Am Ende dieser Internetseite gibt es eine konkrete Hilfestellung.

Um was geht es denn nun bei Depressionen? Sie z√§hlen zu den affektiven St√∂rungen. Damit bezeichnen Psychologen Krankheiten, welche auf die Gef√ľhlswelt eine Auswirkung haben. Insbesondere an einer niedergeschlagenen und gedr√ľckten Stimmung leiden depressive Menschen.

Zu selten werden depressive Krankheiten erkannt

Durch Studien wird belegt, dass mindestens 60 Prozent der Depressionen √ľberhaupt nicht erkannt werden. Aus diesem Grund behandelt man sehr oft nicht die Depression, sondern die begleitenden physischen Beschwerden.

Au√üerdem suchen die meisten Betroffenen keinen Arzt auf. Allerdings ist eine fr√ľhe Diagnose ganz entscheidend, damit fr√ľhzeitig eine effektive Behandlung eingeleitet werden kann. Depressive Erkrankungen korrelieren mit einem latenten bis akuten Selbstmordrisiko. Es wird vermutet, dass der vorrangige Teil der etwa 12.000 Selbstmorde pro Jahr in der Bundesrepublik auf Depressionen zur√ľckgehen.

Welche Symptome treten bei einer Depression auf?

Unter einer Depression versteht man eine psychische Krankheit. Diese gibt das Gef√ľhl der Niedergeschlagenheit wieder. Oft f√ľhlen sich die Betroffenen leer und bedr√ľckt. Als wesentliche Beschwerden kommen Hoffnungs- und Hilflosigkeit, Minderwertigkeitsgef√ľhle, langsameres Denken und sinnloses Gedankenkreisen vor.

Insbesondere in allgemeinem Desinteresse, anhaltender Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit und M√ľdigkeit bis zur Lebensm√ľdigkeit √§u√üern sich Depressionen. Zudem f√ľhlen sich depressive Personen unkonzentriert, ausgelaugt, energielos und √ľberfordert.

Das Bew√§ltigen der Anforderungen im t√§glichen Leben, welche fr√ľher kaum M√ľhe machten, f√§llt besonders schwer. Durch depressive Krankheiten kann das Leben so stark beeintr√§chtigt werden, dass ein gew√∂hnlicher Alltag nicht m√∂glich wird.

Auf vielfältige Weise können sich Depressionen bemerkbar machen. Allerdings gibt es ein paar charakteristische Anzeichen, dass eine depressive Erkrankung besteht. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • das Gef√ľhl, dass man nichts mehr empfinden kann
  • innere Leere
  • mangelnde Lebensfreude
  • emotionale Gleichg√ľltigkeit
  • Interesselosigkeit (was jetzt auf einmal bedeutungslos erscheint, hat fr√ľher Spa√ü gemacht)
  • Hilflosigkeit
  • Mutlosigkeit
  • Minderwertigkeitsgef√ľhle
  • √Ąngste
  • diffuse Selbstzweifel
  • sich wertlos und nutzlos f√ľhlen
  • starke Schuldgef√ľhle
  • Verlust an Selbstvertrauen
  • in schweren F√§llen √úberlegungen an das eigene Sterben oder an Selbstmord
  • das Leben schien so aussichtslos
  • sinnfreies Gedankenkreisen
  • langsameres Denken
  • √úberforderung (selbst einfache Entscheidungen und leichte T√§tigkeiten empfindet man als Belastung)
  • verminderte Entscheidungs- und Konzentrationsf√§higkeit
  • k√∂rperliche Unruhe
  • Kraft- und Antriebslosigkeit
  • verringertes sexuelles Interesse
  • massive Schlafprobleme
  • Appetitlosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Gewichtszunahme
  • Verdauungsprobleme
  • Verspannungen
  • Reizbarkeit
  • in der Brust gibt es Engegef√ľhle, f√ľr welche der Arzt keinerlei organische Ausl√∂ser findet
  • Schwindel
  • R√ľcken-, Kopf- und Magenschmerzen

Schweregrade bei Depressionen

Depressionen k√∂nnen je nach Anzahl der bestehenden Beschwerden in drei unterschiedliche Schweregrade eingeteilt werden. Dabei m√ľssen die Symptome √ľber eine Phase von mehr als zwei Wochen vorkommen:

  • leichte Depression / leichte depressive Episode: wenn zwei Hauptbeschwerden und zwei Zusatzbeschwerden vorkommen
  • mittelschwere Depression / mittelschwere depressive Episode: zwei Hauptbeschwerden und drei bis vier Zusatzbeschwerden
  • schwere Depression / schwere depressive Episode: drei Hauptbeschwerden und mindestens f√ľnf Zusatzbeschwerden

Die Betroffenen sind bei einer leichten depressiven Erkrankung belastet. Trotzdem k√∂nnen sie ihren normalen Alltag nachgehen. Jedoch ist bei einer mittelschweren Depression die F√§higkeit der Betroffenen, den beruflichen und privaten Alltag zu bew√§ltigen, schon deutlich eingeschr√§nkt. Daraus folgt ein R√ľckzug von Familienangeh√∂rigen und Freunden sowie Schwierigkeiten im Beruf.

H√§ufig sind schwer depressive Personen nicht mehr dazu f√§hig, um sich selbst zu k√ľmmern. In den meisten F√§llen bleiben diese die komplette Zeit im Bett. Au√üerdem vernachl√§ssigen sie die K√∂rperpflege und f√ľhren sich zu wenig Nahrung zu. Schlimmstenfalls leiden Personen mit schwerer Depression auch noch an Wahnvorstellungen.

Besondere Formen der Depression

Rezidivierende depressive Störung beziehungsweise Episode

W√§hrend ihres Lebens erleben die meisten Menschen eine Depression oft als einmalige Erfahrung. Um eine rezidivierende Depression dagegen geht es, wenn √ľber eine bestimmte Zeitspanne die Depressionen mehrmals vorkommen. Im Vergleich zur bipolaren St√∂rung treten allerdings keine manischen Phasen auf.

Die am meisten vorkommende Form der Depression sind rezidivierende depressive Störungen. Frauen betreffen diese öfter im Gegensatz zu Männern. Häufig werden die wiederkehrenden depressiven Zeiträume im Lauf der Zeit stärker und lösen einen starken Leidensdruck bei den Patienten aus, da das Leben aufgrund der Krankheit stark eingeschränkt ist. Die Betroffenen können oft ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen. Die sozialen Kontakte werden besonders belastet und zerbrechen dann teilweise.

Chronische depressive Störung / chronische Depression

Halten bei einer depressiven Episode die Symptome mindestens zwei Jahre an, handelt es sich hier um eine chronische depressive Störung.

Im Normalfall kommen chronische Depressionen nicht als schwerere Depressionen vor, sondern vielmehr in einer milderen Auspr√§gung. Obgleich im Gegensatz zu einer akuten Depression die Symptome weniger intensiv ausgepr√§gt sind, gilt das subjektive Krankheitsgef√ľhl als st√§rker ausgepr√§gt, da die Patienten fast nicht mehr auf eine Besserung hoffen.

Lebensqualit√§t und Leistungsf√§higkeit sind deutlich verringert. Oft waren schon zahlreiche Therapieversuche erfolglos, woraufhin sich die Patienten noch unbeholfener f√ľhlen. Deswegen besteht bei Betroffenen mit chronischen Depressionen ebenso eine h√∂here Selbstmordgefahr.

Ein qu√§lendes Gedankenkarussell, das sich immer wieder um dieselben, oft bedeutungslosen Themen dreht, insbesondere das zerm√ľrbt chronisch depressive Personen. Diese leiden an einer gereizten oder √§ngstlich-niedergedr√ľckten Stimmung und an mittelstarken Schlafproblemen, die im Normalfall fast nicht beeinflussbar sind.

Im Vergleich zu anderen ist es chronisch depressiven Menschen weniger m√∂glich, sich anzupassen. H√§ufig ziehen sie sich niedergeschlagen bis stumm anschuldigend zur√ľck. Aufgrund der st√§ndigen pessimistischen Bemerkungen und der vermehrten Klagsamkeit belasten sie sowohl sich selbst als auch deren zwischenmenschliche Beziehungen, vor allem in der Partnerschaft und Sexualit√§t.

Speziell durch ihr nahezu bereits meckerndes Verhalten, also jammernde Hilferufe, zerren sie an den Nerven der Familienangeh√∂rigen, Verwandten, Freunden, Bekannten und ebenso der Pflegekr√§fte. Die Krankheit sorgt daf√ľr, dass man sich isoliert, damit h√§ufig lediglich noch wenige soziale Kontakte gepflegt werden.

Oft gibt es bei chronischen Depressionen auch noch begleitende Krankheiten, wie Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Zwangsstörungen oder Substanzstörungen, woraufhin weitere therapeutische Maßnahmen notwendig sind.

Dysthymia

Unter Dysthymia versteht man ein Krankheitsbild, das oft auftritt. Fr√ľher wurde sie depressive Neurose genannt und z√§hlt zu den depressiven Krankheiten. Bei der Dysthymia sind die Symptome nicht so stark ausgepr√§gt im Gegensatz zu den anderen Formen der Depressionen. Im Normalfall haben sie jedoch einen chronischen Verlauf. Oft f√§ngt die Krankheit im Jugendalter an, kann allerdings prinzipiell in jedem Alter vorkommen. Von Dysthymia sind ungef√§hr 2,5 Prozent der Erwachsenen betroffen. Darunter leiden doppelt so viele Frauen wie M√§nner.

SAD (Saisonal abhängige Depression)

Eine saisonale affektive St√∂rung stellt depressive Episoden dar, deren Anfang und Ende vermehrt zu bestimmten Jahreszeiten auftreten. In der √ľbrigen Zeit kommen keine Depressionen vor.

1. Winterdepression

W√§hrend der Lichtarmen Jahreszeit kommt es zu Winterdepressionen, das hei√üt, vom Herbst bis zum Fr√ľhling. Haupts√§chlich Frauen sind davon betroffen. Personen mit Winterdepressionen leiden an Energielosigkeit, Lustlosigkeit, √ľberm√§√üiger Traurigkeit, Lethargie und Schl√§frigkeit. H√§ufig haben sie Hei√ühunger auf S√ľ√üwaren und leiden an verst√§rkten Appetit.

Im Vergleich zu anderen Arten von Depressionen kommen Winterdepressionen seltener vor. Letztlich ungefähr zehn Prozent der Depressionen, welche in der kältesten Zeit des Jahres auftreten, sind tatsächlich Winterdepressionen. Denn selbst im Winter leiden zahlreiche Personen an klassischen depressiven Krankheiten. Man nimmt an, dass im europäischen Raum circa zwischen ein und drei Prozent der Erwachsenen von Winterdepressionen betroffen sind. Im Vergleich zu Männern sind Frauen öfter daran erkrankt.

Wie erwartet, treten Winterdepressionen in n√∂rdlicheren L√§ndern √∂fter auf und in s√ľdlicheren L√§ndern seltener. Oft bessern sie sich mithilfe einer Lichtbehandlung. Diese findet durch Tageslicht bis zur Therapie mit einer besonderen 10.000-Lux-Lampe statt.

Der Winterblues stellt eine viel schwächere und harmlosere Form dar. Die Betroffenen schleppen sich grimmig durch die kälteste Zeit des Jahres und gelten als antriebslos. Allerdings sind sie nicht richtig depressiv.

2. Sommerdepression

Jeder wei√ü, dass depressive Stimmung durch die dunkle Jahreszeit ausgel√∂st werden kann. Allerdings gibt es auch eine sommerbedingte Depression. Daf√ľr wurde im englischen Sprachraum die Bezeichnung Summertime Sadness erfunden. Sommerdepressionen kommen viel seltener vor im Vergleich zu Winterdepressionen. Prim√§r betreffen sie Frauen ab 20 bis 40 Jahren.

Psychische Probleme nach der Entbindung

F√ľr Frauen ist die Geburt eines Babys oft mit einem intensiven seelischen Erlebnis und einer gro√üen k√∂rperlichen Anstrengung verbunden. Da entsteht eine ganz neue Situation f√ľr die Frau mit s√§mtlichen Anforderungen, welche das Leben als Mutter mit sich bringt. Zahlreiche Frauen reagieren darauf mit traurigen Verstimmungen.

Die psychischen Störungen, welche nach einer Entbindung vorkommen, können grob in drei Kategorien unterteilt werden:

1. Depressive Verstimmung

Nach der Geburt tritt zwischen den ersten drei bis f√ľnf Tagen ein Zeitraum von stimmungsm√§√üiger Labilit√§t auf. Man nennt diese in der Umgangssprache Heultage. Es wird im Englischen vom Baby Blues gesprochen. Derartige tempor√§re depressive Verstimmungen sind nichts Ungew√∂hnliches. Sie kommen nach ungef√§hr zwischen 50 und 70 Prozent aller Geburten vor und sind m√∂glicher aufgrund der Hormonumstellung bedingt.

2. Postnatale / postpartale Depressionen (Wochenbettdepressionen)

Wochenbettdepressionen stellen Depressionen dar, welche in der ersten Zeit nach der Entbindung bei Frauen auftreten können. Im Vergleich zu depressiven Verstimmungen sind sie seltener. Diese kommen bei zehn bis 15 Prozent der Frauen vor.

Die Dauer der Wochenbettdepressionen kann einige Monate betragen. Allerdings lassen sich diese oft hervorragend ambulant therapieren. Es sind im Ausnahmefall auch bei den postnatalen Depressionen schwere Ausprägungen möglich, welche mit Suizidgedanken korrelieren, sodass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist.

3. Wochenbettpsychosen

Die schwerste Form von emotionalen Krisen sind Wochenbettpsychosen, welche nach einer Entbindung vorkommen können. Dabei kann ein Verlust des Realitätsbezugs auftreten. Die Wochenbettpsychosen gelten als eine schwere psychische Krankheit. Allerdings kommen sie besonders selten vor, ungefähr eine nach 1.000 Entbindungen.

Die Unterteilung der Wochenbettpsychosen erfolgt in drei Formen:

1. Manie

Bei der Manie kommt es zu Euphorie, pl√∂tzlich starker Antriebssteigerung, motorische Unruhe bis zu Verworrenheit, vermindertem Schlafbed√ľrfnis und Gr√∂√üenwahn. Es ist m√∂glich, dass sowohl mangelnde Urteilsf√§higkeit als auch eine Enthemmung auftreten, welche f√ľr das Baby gef√§hrlich werden kann.

2. Depression

Bemerkbar macht sich die Depression durch Desinteresse, Teilnahmslosigkeit und Angstzust√§nde sowie zum Teil auch durch Schuldgef√ľhle und Hoffnungslosigkeit.

3. Schizophrenie

Eine Form der Wochenbettpsychose ist die Schizophrenie. Diese zeigt sich aufgrund von starken St√∂rungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Gem√ľtsregungen. Dabei leiden die betroffenen Patientinnen an Halluzinationen. Sie sehen Dinge oder h√∂ren Stimmen, welche es nicht gibt.

Monopolare Depression (Unipolare Depression)

Ungefähr 67 Prozent der Depressionen kommen vor, ohne dass sie bei der Manie in den Gegenpol umschlagen. Hier ist von einer monopolaren oder unipolaren Depression die Rede.

Bipolare Störung

Man bezeichnet klassische Depressionen als unipolare Depression, da sie auf der emotionalen Skala lediglich einen Pol aufweisen. Allerdings leidet ungef√§hr ein Prozent der Erwachsenen an der bipolaren Art der Depression. Fr√ľher wurde sie manisch-depressive St√∂rung oder manische Depression genannt.

Eine bipolare Krankheit besteht, wenn im Krankheitsverlauf nicht nur depressive Episoden, sondern auch manische Phasen vorkommen. Die Patienten pendeln bei einer bipolaren St√∂rung zwischen zwei emotionalen Polen. Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit stehen auf der einen Seite, w√§hrend es andererseits eine extreme Auspr√§gung von Selbst√ľbersch√§tzung, Euphorie und √ľbertriebenen Aktionismus gibt.

Melancholie (melancholische Depression)

Die Stimmung l√§sst sich bei zahlreichen depressiven Personen verbessern, wenn sie an einer nicht-melancholischen Depression leiden. Bei der Melancholie ist das dagegen nicht m√∂glich. Die melancholische Depression stellt eine schwere und fortgeschrittene Auspr√§gung der Depression dar. Hier k√∂nnen die Betroffenen keine Lust mehr empfinden und nichts mehr f√ľhlen. Sie schwanken zwischen Traurigkeit und Schwermut. Au√üerdem neigen diese zu Misstrauen und sind besonders kritisch.

Larvierte Depression

Unter einer lavierten Depression versteht man Depressionen, welche nicht offensichtlich vorkommen, sondern sich mit physischen Beschwerden bedecken. Daher nennt man sie auch somatisierte oder maskierte Depression. Normalerweise wenden sich hier die Betroffenen an einen Allgemeinarzt.

Im Vordergrund stehen bei der larvierten Depression unterschiedliche, untypische physische Symptome und Missempfindungen, f√ľr welche keine organischen Ausl√∂ser gefunden werden k√∂nnen. Beispiele daf√ľr sind R√ľckenschmerzen, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Atembeschwerden, Unterleibsbeschwerden, Schwindel und Verdauungsprobleme.

Die physischen Symptome kommen gemeinsam mit den typischen Beschwerden von Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Schlafproblemen vor. Treten die physischen Beschwerden ebenso separat von der depressiven Symptomatik auf, liegt nicht eine Depression vor, sondern eine sogenannte somatoforme Störung.

Durch das Behandeln mit Antidepressiva vergehen die körperlichen Beschwerden. Wird die larvierte Depression nicht festgestellt, kann fälschlicherweise die Diagnose einer Somatisierungsstörung oder einer Fibromyalgie erfolgen.

Psychotische Depression

Es wird von einer psychotischen Depression ausgegangen, wenn nicht nur die depressive Episode, sondern auch psychotische Beschwerden wie Wahnideen vorkommen. Als Beispiele werden hier Verschuldungswahn, Verarmungswahn, Vers√ľndigungswahn oder religi√∂ser Wahn angef√ľhrt.

H√§ufig ist die Auspr√§gung der Depression schwerer und der zeitliche Ablauf der depressiven Episoden l√§nger im Gegensatz zu einer Depression ohne weiteren psychotischen Beschwerden. Bei Betroffenen, die unter einer psychotischen Depression leiden, besteht ebenso ein erh√∂htes R√ľckfallrisiko.

Depressionen in Zusammenhang mit Angst

Oft sind Depressionen mit Angststörungen vergesellschaftet. Ungefähr zwischen 20 und 30 Prozent der depressiven Personen sind von einer Panikstörung betroffen. Zudem sind ebenso generalisierte Angststörungen und soziale Phobien anzutreffen.

Exogene Depression, reaktive Depression

Um eine exogene Depression geht es, wenn die Depression auf belastende Lebensumstände als Reaktion auftritt. Klassische Ursachen sind der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung vom Partner oder der Tod eines Familienangehörigen. Einige Personen zeigen auch bereits bei geringen Lebensveränderungen depressive Reaktionen, welche andere Menschen nicht belasten.

Der Unterschied von einer reaktiven Depression zur gewöhnlichen Reaktion auf eine belastende Erfahrung besteht hierin, dass der Betroffene nicht dazu fähig ist, mit dem entsprechenden Schicksal fertig zu werden. Im Normalfall dauert die reaktive Depression nicht besonders lange und verliert an Bedeutung, wenn sich die betroffene Person daran gewöhnt hat oder die verursachenden Aspekte nicht mehr bestehen.

Menschen mit einer reaktiven Depression brauchen besonders viel Verständnis und Zuwendung, da ansonsten das Risiko besteht, dass sie aus der hoffnungslos erscheinenden Lage den Suizid als einzigen Ausweg sehen.

Endogene Depression

Hinweis: Der aktuelle ICD10 (externer Link: https://www.icd-code.de/suche/icd/recherche.html?sp=0&sp=Sdepression), also die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme kennt die ‚Äěendogene Depression‚Äú nicht mehr. Da an verschiedenen Stellen jedoch noch die Rede davon ist, wollen wir hier kurz darauf eingehen.
Depressive Krankheiten werden endogene Depression genannt, wenn deren Ausl√∂ser nicht eindeutig erkl√§rt werden kann. Die Symptomatik ist mit der neurotischen Depression vergleichbar. Hier besteht der Unterschied darin, dass ein verursachendes Ereignis fehlt. Personen mit endogenen Depressionen leiden im geringen Ma√üe an zwanghaften Verhalten oder Phobien, daf√ľr jedoch oft an manisch-depressiven Sch√ľben.

Solche Sch√ľbe nennt man affektive Psychosen, da bei diesen haupts√§chlich die Stimmung n√§mlich krankhaft ver√§ndert ist.

Zu dieser Form der Krankheit werden verschiedene Fachbegriffe benutzt, wie manisch-depressive Affektstörung, Zyklothymie oder bipolare Störung.

Gemischte Depression

Bei zahlreichen Personen kommen unterschiedliche Auslöser zusammen, wie etwa endogene und exogene, welche in deren Gesamtheit die Depression verursachen. Hier ist von einer gemischten Depression die Rede.

Wie erfolgt die Diagnose bei Depressionen?

Unter einer Depression versteht man eine ernst zu nehmende Krankheit, welche im Normalfall zu behandeln ist. Je fr√ľher eine Depression festgestellt wird, umso besser sind die Chancen auf Heilung. Daher ist es wichtig, sich unbedingt an einen Arzt zu wenden, wenn bei dir der Verdacht besteht, dass du an einer Depression leidest.

Durch den Arzt werden organische Untersuchungen veranlasst, damit physische Ursachen ausgeschlossen werden können. Bestätigt sich der Verdacht, dass eine Depression vorliegt, findet das Überweisen an einen ambulanten Psychotherapeuten oder Psychiater oder an ein spezialisiertes Klinikum statt.

Mit einem Mediziner √ľber seelische Probleme zu reden f√§llt zahlreichen Menschen schwer, weil f√ľr die Betroffenen psychische Krankheiten h√§ufig noch tabu sind und sie sich daf√ľr sch√§men. Allerdings sind Depressionen Erkrankungen wie andere auch. Alle k√∂nnen betroffen sein. Wichtig ist, dass sich jeder helfen l√§sst.

Wann solltest Du Dich an einen Arzt wenden?

Wenn du bei dir die ersten Anzeichen einer Depression feststellst, die mindestens zwei Wochen anhalten und welche aufgrund von äußeren Umständen kaum beeinflusst werden können, dann solltest du nicht zögern, dich an einen Arzt zu wenden.

Weshalb werden Depressionen häufig erst besonders spät oder gar nicht entdeckt?

Obgleich Depressionen h√§ufig vorkommen, wird laut den Sch√§tzungen lediglich etwa die H√§lfte dieser Erkrankungen erkannt. Unter anderem liegt das daran, dass depressive Krankheiten von scheinbar rein physischen Symptomen maskiert werden, wie etwa R√ľcken-, Kopf- oder Magenschmerzen.

Die Patienten selbst f√ľhren diese auf eine physische Erkrankung zur√ľck oder deuten die klassischen Beschwerden der Depression h√§ufig als gew√∂hnliche Stimmungsschwankungen. Damit kommt es dazu, dass die Ursachen f√ľr die Symptome lange unentdeckt bleiben und lediglich eine Behandlung der physischen Beschwerden erfolgt.

Differenzialdiagnose Burn-out und Depressionen

H√§ufig h√§lt man Burn-out und Depressionen f√ľr die gleiche Erkrankung. Allerdings geht es hier um zwei unterschiedliche St√∂rungsbilder, selbst wenn die Symptome vom Burn-out mit denen der Depression vergleichbar sind.

Der behandelnde Psychotherapeut oder Arzt nimmt eine Differenzialdiagnostik vor, damit er genau entscheiden kann, ob es sich um einen Burn-out oder eine Depression handelt, da sich bei beiden Erkrankungen die Behandlungsansätze unterscheiden.

Selbsttest bei Depression

Es sind unterschiedliche Selbsttest möglich, welche auf das Vorliegen einer depressiven Erkrankung erste Hinweise geben können. Der Goldberg-Test gilt als einer der bekanntesten, den Ivan K. Goldberg, ein Psychiater, entwickelt hat. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es einen weiteren bekannten Selbsttest.

Mit einem Selbsttest k√∂nnen depressive Personen erkennen, dass es bei ihnen keinesfalls um eine k√∂rperliche Krankheit, sondern eventuell doch um eine Depression geht. Einige Menschen werden erst durch diese Erkenntnis motiviert, sich an einen Psychotherapeuten oder Arzt zu wenden. Nat√ľrlich ist es nicht m√∂glich, dass Selbsttests die qualifizierte Diagnosestellung durch einen medizinischen Experten ersetzen.

Was sind die Auslöser und Risikofaktoren bei Depressionen?

Wissenschaftlich wurde die Ursache von Depressionen bislang noch nicht eindeutig geklärt. Allerdings wird angenommen, dass bei der Entstehung der Depressionen stets einige Aspekte von Bedeutung sind.

Erbliche Einfl√ľsse

Viele wissen, dass die Gefahr, an einer Depression zu leiden, erhöht ist, wenn die Krankheit schon in der Familie vorgekommen ist. Wegen dieser Beobachtung und ebenso wegen der Ergebnisse von Zwillingsstudien geht man davon aus, dass bei Depressionen die Veranlagung vererbt werden kann.

Zwar treten Depressionen familiär gehäuft auf, können jedoch ebenso ohne jegliche genetische Vorbelastung vorkommen. Bei der Vererbung geht es möglicherweise nicht lediglich um eine rein genetische, sondern ebenfalls um eine soziale Vererbung oder um eine epigenetische Vererbung. (Dabei handelt es sich um die Traumatisierung und Belastungen, welche von den Ahnen weitergegeben werden.)

Körperliche Auslöser

Es treten physische Erkrankungen auf, die auf die Gef√ľhlswelt Einfluss nehmen und damit eine Depression ausl√∂sen k√∂nnen, wie etwa Krankheiten des Gehirns, Schilddr√ľsen√ľberfunktionen oder Schilddr√ľsenunterfunktionen oder auch Hormonst√∂rungen.

Allerdings k√∂nnen Depressionen ebenso als sekund√§re Folgen von chronischen und schweren Krankheiten vorkommen. Erkrankungen wie Diabetes, schwere Herzkrankheiten und Krebs stellen f√ľr die Psyche eine Dauerbelastung dar und verursachen oft Depressionen.

Die Stimmung kann auch durch die Einnahme von Arzneimitteln beeinflusst werden. Beeintr√§chtigende Medikamente sind hormonelle Verh√ľtungsmittel (Pille), Herzkreislaufmedikamente (Beta-Blocker) und neurologische Arzneimittel (Parkinsonmittel, Antiepileptika).

Biologische Einfl√ľsse

Bekannt ist, dass der Hirnstoffwechsel bei einer Depression ver√§ndert ist. √úber Botenstoffe, die Neurotransmitter genannt werden, und elektrische Impulse kommunizieren die Nervenzellen miteinander. Ist im Gehirn der Botenstoffwechsel gest√∂rt, schl√§gt sich das ebenso in den Gef√ľhlen und Gedanken nieder, was Appetitmangel, Antriebslosigkeit oder Schlaflosigkeit beg√ľnstigt.

Damit kommen w√§hrend der Behandlung von Depressionen insbesondere SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) zum Einsatz. Diese sorgen daf√ľr, dass sich der Serotoninspiegel erh√∂ht, woraufhin sich bei einer depressiven Episode die Symptome verbessern k√∂nnen. Allerdings l√§sst sich mit dieser Hypothese nicht erkl√§ren, weshalb es bei der Wirkung der Medikamente oft Tage und Wochen dauert.

Hypnosetherapeuten sind davon √ľberzeugt, dass es fr√ľher bei ihren vielen depressiven Patienten traumatische Erlebnisse gab, die Ursache f√ľr die Depression sind. Man w√ľrde sehr wahrscheinlich bei ihnen ebenso einen gest√∂rten Hirnstoffwechsel finden. Allerdings stellt sich die Frage, ob in diesen F√§llen die Botenstoffwechselst√∂rung der Ausl√∂ser der Depressionen war oder eventuell die Konsequenz.

Psychosoziale Einfl√ľsse

Es ist unumstritten, dass durch schwierige Lebensbedingungen Depressionen beg√ľnstigt werden. Zudem spielt bei der Entstehung einer depressiven Krankheit Stress eine wichtige Rolle. Einige belastende Lebensereignisse oder Lebensphasen sind mit hohem emotionalen Stress verbunden. Bei derartigen Phasen oder nach derartigen Erfahrungen ist das Risiko erh√∂ht, an Depressionen zu erkranken.

Beispiele sind die Pubertätszeit, der Arbeitsplatzverlust, der Übergang in die Rente, die Trennung, der Auftritt einer schweren Erkrankung oder der Verlust einer geliebten Person. Bei einer Behandlung in der Praxis erzählen depressive Personen auch oft von schweren Lebensereignissen, bevor die Krankheit ausgebrochen ist.

Stress

Dauerhafter Stress und das Gef√ľhl, ausgebrannt zu sein, k√∂nnen eine Depression ausl√∂sen. Durch das Vulnerabilit√§ts-Stress-Modell wird erl√§utert, dass zum Ausbrechen von seelischen Problemen zwei Dinge zusammenkommen m√ľssen, und das sind Stress und Vulnerabilit√§t (Verletzlichkeit).

Vulnerabilit√§t nimmt Bezug auf k√∂rperliche, biologische und genetische Grundlagen bei einer seelischen St√∂rung. Schon bei Personen mit einer hohen Vulnerabilit√§t ist es m√∂glich, dass etwas Stress gen√ľgt, eine starke Depression zu verursachen. Liegt eine geringe Vulnerabilit√§t vor, kann man auch sehr belastende Ereignisse gut verkraften.

Damit entwickeln manche Personen bereits eine Depression bei leichten psychischen Belastungen, wohingegen andere besonders hohen emotionalen Belastungen standhalten, ohne zu erkranken. Man nennt diese Widerstandsfähigkeit Resilenz.

Ob eine Person von einer Depression betroffen ist, h√§ngt demnach sowohl von der wertfreien Schwere der Belastung als auch von ihrer genetischen Veranlagung und hiervon ab, was f√ľr belastende Ereignisse sie bereits bew√§ltigen musste und was sie bei den belastenden Situationen f√ľr Bew√§ltigungsf√§higkeiten entwickelt hat.

Negative Denkweise

Bei einem Menschen hat die pers√∂nliche Lebenseinstellung auch auf das Depressionsrisiko Einfluss. Durch die kognitive Verhaltenstherapie werden negative Gedanken bei der Entstehung der Depression mitverantwortlich gemacht. Personen, welche √ľber sich, die Zukunft und die Welt schlecht denken, haben ein h√∂heres Depressionsrisiko. Andererseits sch√ľtzen ein positives Selbstwertgef√ľhl und Optimismus vor Depressionen.

Ein hohes Verantwortungsbewusstsein oder Perfektionismus tragen auch zur Entstehung von Depressionen und zur Überlastung bei, wie persönliche Problemsituationen, Beziehungsprobleme oder finanzielle Sorgen.

Emotionale / psychische Aspekte

Es lässt sich nicht leugnen, dass die Seele bei Depressionen eine entscheidende Rolle spielt. Experten sind sich im Klaren, dass bei der Entstehung von depressiven Erkrankungen prägende Lebenserfahrungen von hoher Bedeutung sind.

In der Therapie kommen Situationen, bei welchen sich Betroffene verlassen, erniedrigt oder entwertet gef√ľhlt haben als m√∂glicher Ausl√∂ser f√ľr eine Depression h√§ufig zum Vorschein. Diese traumatischen Ereignisse gehen besonders oft bis in das fr√ľhe Kindesalter zur√ľck. Alles, was man als Kind zu der Zeit erlebt hat, wurde im K√∂rperged√§chtnis gespeichert. Man kann es jederzeit wieder wachrufen.

Den Hypnosetherapeuten ist klar, dass in der betreffenden Lage die Traurigkeit im Normalfall nicht hervorgerufen wird. Eher ruft man eine Stimmungslage wach, welche schon im Patienten angelegt ist.

Immer wieder zeigte sich in Behandlungen durch Hypnoanalyse, dass die Betroffenen eines Tages in ihrem Leben ein Erlebnis hatten, das mit Hilflosigkeit, Einsamkeit oder starker Traurigkeit verbunden war. Im Lauf der Jahre wurden diese Schl√ľsselerfahrungen verdr√§ngt oder vergessen. Allerdings bestehen die damals entstandenen Gef√ľhle im Verborgenen weiter. Sie k√∂nnen zu jeder Zeit erneut wachgerufen werden.

Traumatische Ereignisse, wie Vernachl√§ssigung oder Missbrauch in der Kindheit, erh√∂hen damit die Empf√§nglichkeit f√ľr depressive Erkrankungen. Als Folge ihrer Lebensgeschichte haben Betroffene gr√∂√üere Probleme, belastende Situationen zu bew√§ltigen im Gegensatz zu Personen, welche keine solchen traumatischen Lebensereignisse hatten und welche eine h√∂here Widerstandsf√§higkeit gegen√ľber Stress haben.

Depressionen medikamentös durch Antidepressiva behandeln

Unter Antidepressiva versteht man Arzneimittel, welche zum Behandeln von Depressionen zum Einsatz kommen. Diese sollen die Stimmung beeinflussen und heben. Jedoch beeinflussen solche Medikamente in unterschiedlicher Stärke ebenso die Lust, die Motivation und den Antrieb, um etwas zu unternehmen. Manche Antidepressiva steigern den Antrieb, andere dämpfen ihn eher und wieder andere verändern ihn nicht. Im Normalfall setzt die Wirkung der Behandlung erst nach ein paar Tagen oder Wochen ein. In der Regel dauert die Therapie mehrere Monate.

Welche Wirkung haben Antidepressiva?

Bei Menschen besteht das Gehirn aus Milliarden von Nervenzellen. Diese sind durch Synapsen miteinander verbunden. Das √úbertragen der Signale erfolgt von einer Nervenzelle zur n√§chsten √ľber Neurotransmitter.

Man findet bei Depressionen ein gest√∂rtes Gleichgewicht zwischen den Neurotransmittern. Das wird als Ursache f√ľr Schlafst√∂rungen, Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit gedeutet. Vor allem die Balance der Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin ist bei depressiven Personen gest√∂rt. Im Gehirn sollen Antidepressiva die Verf√ľgbarkeit der Botenstoffe wieder steigern.

Welche Antidepressiva sind erhältlich?

Es sind viele unterschiedliche Antidepressiva mit verschiedenen Inhaltsstoffen verf√ľgbar. Diese fasst man zu unterschiedlichen Gruppen zusammen. Zu den Wirkstoffgruppen, welche am meisten eingesetzt werden, z√§hlen:
‚Äď selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)
‚Äď selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
‚Äď trizyklische Antidepressiva (TZA)

Am längsten zu erwerben sind die trizyklischen Antidepressiva. Diese nennt man auch Antidepressiva der ersten Generation. SSNRI und SSRI gelten als Antidepressiva der zweiten Generation.

Auf dem Markt gibt es eine sehr große Auswahl an Antidepressiva. Beim Googeln im Internet nach der Liste Antidepressiva findet man seitenlange Namenslisten. Wegen seiner Erfahrung und seines Wissens kann der behandelnde Arzt allerdings die Antidepressiva herausfinden, welche er in der jeweiligen Situation des entsprechenden Patienten als am aussichtsreichsten einschätzt.

Was f√ľr Nebenwirkungen treten bei Antidepressiva auf?

Viele Arzneimittel lösen unangenehme Nebenwirkungen aus. Dabei bilden Antidepressiva keine Ausnahme. Oft kommen die Nebenwirkungen bei der Einnahme in den ersten Wochen vor. Einige Personen leiden kaum unter Beschwerden, während bei anderen die Nebenwirkungen bereits nach wenigen Tagen unerträglich werden.

Zu den negativen Begleiterscheinungen von Antidepressiva, welche je nach aufgenommen Wirkstoff variieren, zählen:

  • √úbelkeit
  • Schwindelgef√ľhle
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Appetitmangel
  • Mundtrockenheit
  • Gewichtszunahme
  • Verdauungsst√∂rungen
  • Magenbeschwerden
  • Zittern
  • innere Unruhe
  • M√ľdigkeit
  • Schlafst√∂rungen
  • Schlaflosigkeit
  • Blutdruckschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Sehst√∂rungen
  • Erektionsschwierigkeiten
  • Orgasmusprobleme
  • H√§ufigeres Schwitzen

Wie oft welche Nebenwirkungen vorkommen, ist vom Zeitpunkt der Therapie, vom eingesetzten Wirkstoff und dessen Dosierung abhängig. Vor allem bei trizyklischen Antidepressiva ist das Risiko gegeben, dass aufgrund einer Überdosierung schwere Nebenwirkungen auftreten.

Schwere Nebenwirkungen

Gangunsicherheit und Schwindel z√§hlen bei Antidepressiva zu den schweren Nebenwirkungen. Das erh√∂ht insbesondere bei Senioren die Gefahr f√ľr St√ľrze und Knochenbr√ľche. Selten k√∂nnen Lebersch√§den, epileptische Anf√§lle und Herzprobleme auftreten. Aufgrund von Wechselwirkungen mit weiteren Arzneimittel ist es m√∂glich, diese negativen Begleiterscheinungen noch zu verst√§rken.

Allerdings machen Antidepressiva im Vergleich zu zahlreichen Beruhigungs- und Schlafmitteln nicht physisch s√ľchtig oder abh√§ngig.

Wie ist der Behandlungsverlauf?

Im Normalfall werden Antidepressiva jeden Tag eingenommen. W√§hrend der ersten Wochen und Monate ist das Ziel, die Symptome zu lindern und nach M√∂glichkeit die Depression zu √ľberwinden.

Selbst bei Erreichung dieses Ziels setzt man die Behandlung als Erhaltungstherapie zumindest noch f√ľr drei bis neun Monate fort, damit R√ľckf√§lle vorgebeugt werden. Bei manchen Betroffenen erfolgt die Einnahme von Antidepressiva √ľber viele Jahre.

Regelmäßige Arztbesuche finde bei der Behandlung statt, um den Krankheitsverlauf zu beobachten und bei Bedarf die Art oder Dosis des Arzneimittels anzupassen. Man warnt davor, die Dosierung selbstständig abzusetzen oder zu verändern.

Zum Abschluss der Behandlung wird bei den Medikamenten die Dosis √ľber einen l√§ngeren Zeitabschnitt schrittweise und allm√§hlich verringert. Dabei k√∂nnen tempor√§r Nebenwirkungen auftreten, wie Unruhe, √úbelkeit oder Schlafst√∂rungen. Derartige Symptome kommen verst√§rkt vor, wenn man die Antidepressiva sofort absetzt.

Unsinn und Sinn der Antidepressiva

Antidepressiva können vor allem bei schweren Depressionen besonders bedeutungsvoll sein, damit der Betroffene soweit mobilisiert wird, dass dieser ebenso anderen Behandlungsmethoden zugänglich wird.

Eine medikamentöse Behandlung ist häufig nicht notwendig, wenn leichte bis mittlere Depressionen vorliegen. Häufig können hier Bewegungs- und Sporttherapie, pflanzliche Mittel, Lichttherapie oder Entspannungstherapie helfen.

Auch sind Antidepressiva bei mittelschweren Depressionen nicht immer sinnvoll oder erforderlich. Erfahrungsgem√§√ü ist bei der Behandlung mit Arzneimittel das R√ľckfallrisiko nach dem Absetzen ebenso stark erh√∂ht.

Sowohl bei leichten als auch bei mittleren Depressionen ist das sofortige Verschreiben gr√ľndlich zu bedenken oder m√∂glichst zu vermeiden. Wichtig ist, dass man ebenfalls stets weitere Therapiemethoden in Betracht zieht und die M√∂glichkeiten des Betroffenen, selbst an seiner Lebenssituation etwas zu √§ndern.

Stellt sich medikamentenbedingt eine Besserung ein, empfiehlt es sich, die positive Stimmung und wieder gewonnene Energie dazu zu nutzen, Ver√§nderungen einzuleiten, welche mehr Lebensqualit√§t und Lebensfreude sowie ein erf√ľllteres Leben mit sich bringen. Geschieht das nicht, droht nach der Absetzung der Antidepressiva ein R√ľckfall, da sich die Verhaltens- und Denkweisen sowie die Lebensumst√§nde, welche zur Depression gef√ľhrt haben, nicht ver√§ndert wurden.

Sollen Antidepressiva verordnet werden, hat sich das Kombinieren von Psychotherapie mit medikamentöser Behandlung bewährt. Durch Arzneimittel wird nicht der emotionale Auslöser geheilt und beim Patienten auch, nicht die Lebensumstände verändert, welche zum Entstehen der Depression beigetragen haben.

Zum Bekämpfen von leichten und mittelschweren Depressionen sollten Antidepressiva die letzte Wahl sein. Es ist außerdem wichtig, sie nicht gleich als alleinige Lösung zu betrachten und ebenso nicht als Langzeitlösung.

Möglich sind Therapiealternativen, welche den Organismus nicht so stark belasten, fast keine Nebenwirkungen haben und welche auch bei der Depression die Entstehungsmechanismen in Erwägung ziehen.

Bei den Patienten sollte ebenso die Eigenverantwortung angesprochen werden. Diese sind zu ermutigen, in ihrem Leben an die erforderlichen Veränderungen heranzugehen. Zum Beispiel wirkt regelmäßiger leichter Ausdauersport nicht nur sehr antidepressiv. Auch sonst hat er zahlreiche positive Effekte auf die Lebensqualität und die Gesundheit.

Depressionen behandeln

Die Wahrscheinlichkeit liegt besonders hoch, dass eine nicht behandelte Depression √ľber Monate oder sogar Jahre bestehen bleibt. Vielen depressive Personen kann man gut helfen. Umso eher die Therapie anf√§ngt, desto h√∂her sind ebenso die Chancen auf Erfolg.

In der Praxis ist bei Depressionen die Art der Behandlung insbesondere ebenso deren Schweregrad abhängig. Bei besonders leichten Verlaufsformen ist es möglich, dass schon Bewegungs- und Sporttherapie, Entspannungstherapie, regelmäßige Gespräche, Lichttherapie, pflanzliche Mittel oder auch Antidepressiva helfen.

Liegen mittelschwere Depressionen vor, kann h√§ufig eine ambulante Therapie den Durchbruch bringen. Nicht immer ist das Behandeln mit Antidepressiva sinnvoll oder erforderlich. Erfolgt die Behandlung mit Arzneimittel, ist nach dem Absetzen das Risiko eines R√ľckfalls stark erh√∂ht, da der Patient weder sich noch seine Lebenssituation ver√§ndert.

Die Therapie bei schweren Depressionen findet häufig in einem stationären Rahmen statt. Die Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten hat sich bei der Behandlung von wiederkehrenden und chronischen Depressionen durchgesetzt.

Vor allem bei akuter Selbstmordgefahr ist eine stationäre Einweisung nötig. Es besteht die Möglichkeit, dass diese ebenfalls gegen den Willen des Betroffenen zu seinem Schutz erfolgt.

Das Erlebnis, das zur Depression f√ľhrt, wie etwa ein Jahrestag, ist keinesfalls unbedingt deren Ausl√∂ser. Belastende Ereignisse und tief liegende emotionale Verletzungen der Vergangenheit stecken h√§ufig dahinter, welche der Betroffene verdr√§ngt und nicht verarbeitet hat. Im Normalfall wurde diese Schl√ľsselerlebnisse verdr√§ngt oder vergessen. Den Betroffenen sind sie nicht bewusst.

Zur dauerhaften Überwindung einer Depression ist es wichtig, dass die Hypnosetherapie ursachenorientiert erfolgt. So sollten die verborgenen Ursachen tief im Unterbewusstsein gefunden und aufgelöst werden. Geschieht das nicht, dann ist es so, wie wenn mit einem Rasenmäher der Löwenzahn abgeschnitten wird, ohne dass man dabei die Wurzel entfernt. Die Depression tritt immer wieder auf.

Mit der Hypnosebehandlung gibt es einen effektiven und schnellen Weg, bei den Depressionen die Ursache aufzudecken und permanent aufzulösen. Das betrifft jedoch nicht jede Methode der Hypnotherapie. Hier ist von der ursachenorientierten, aufdeckenden Hypnosetherapie die Rede, die auch als Hypnoanalyse oder Regressionsbehandlung bezeichnet wird.

Durch die Hypnoanalyse wird erm√∂glicht, bei der Depression die emotionalen Hintergr√ľnde schnell und gezielt aufzusp√ľren und damit die Ursachen zu l√∂sen. Aufgrund dessen kann eine langfristige Heilung erfolgen.

Die Hypnose ist hier ein erstklassiges Werkzeug, um betroffenen Menschen zu helfen. Dabei sollte jedoch ber√ľcksichtigt werden, dass die Hypnose bzw. die Ergebnisse der Hypnose von Mensch zu Mensch variieren k√∂nnen. Erfahrungsgem√§√ü kann einem Betroffenen mit der Hypnose in wenigen Sitzungen geholfen werden, die Depression dauerhaft zu √ľberwinden.

Geschrieben von Stin-Niels Musche am 3. April 2020
Stin-Niels Musche ist Hypnosetherapeut und Hypnoseausbilder. Seit 2009 in eigener Praxis tätig, begleitet er Patienten aus allen möglichen Ecken der Welt. Die Hypnosetherapie ist auf Deutsch und Englisch möglich. Die schelmische, ungezwungene und lockere Art von Stin-Niels hilft den Patienten sich schnell zu öffnen, so dass die Hypnosetherapie äußerst effizient genutzt werden kann und keine Zeit mit weniger wichtigen Dingen verschwendet wird, das Ziel bzw. den Veränderungswunsch des Patienten immer klar im Fokus.
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